Am Samstag ging das European Youth Olympic Festival in Baku mit der Abschlussfeier zu Ende. Die Europaspiele der 14 bis 18 jährigen mit zehn Sportarten und 4.000 Athleten aus 50 Ländern sind laut DOSB  für die Deutschen Athleten das Lernfeld für die großen olympischen Spiele.

Qualifizieren konnte sich auch als beste Mehrkämpferin Deutschlands Jenna Fee Feyerabend vom TV Groß-Gerau. Im Vorfeld belegte sie Platz vier der Weltbestenliste im Siebenkampf der U18. Die drei Athletinnen vor ihr kamen (leider) alle aus Europa, das Niveau war extrem hoch. Sie hatte im Vorfeld mit einer Medaille geliebäugelt, es war jedoch klar, dass sie dafür eine Bestleistung abrufen musste.
Doch die Anreise gestaltete sich als alles andere als ideal. Während z. B.  das Team von Irland bereits am Freitag anreiste, sind die DLV Athleten am Freitag nach München gereist, um zu übernachten und am Samstag früh ihre Reise über Doha nach Baku anzutreten.
Nach Zeitverlust an der Passkontrolle startete die Maschine verspätet, der Anschlussflug in Doha wurde verpasst.  Ankunft daher erst am Sonntag Mittag nach 43 Stunden.
Für Jenna Fee Feyerabend war es ein Wettkampf mit Höhen und Tiefen. Betreut wurde sie vom Bundestrainer der Jungs Klaus Flakus, den sie erst am Wettkampftag traf. Vielversprechend ging es los. Über 100 m Hürden in 14,22 sek und 1,74 m im Hochsprung lieferte sie zwei Saisonbestleistungen ab und beschloss den Vormittag auf Rang drei.
Dann folgte die ungewohnte 7-stündige Pause mit Rückfahrt ins Athletenhotel. Abends ging es weiter mit dem Kugelstoßen, wo Jenna Fee Feyerabend 14,48 m in der Saison vorgelegt hatte. „Aber es war, als hätte ihr jemand den Stecker gezogen, so Heimtrainer und Vater Dierk Feyerabend. Es ging nichts.“ Mit enttäuschenden 12,32 m ging sie aus dem Ring. Nach kurzer Pause dann die 200 m, bei denen sie in 26,93 sek eine Sekunde über der Zielzeit lag.
Auf Rang 7 und mit großer Enttäuschung ging es in die kurze Nacht, die den Kampfgeist jedoch geweckt zu haben schien.
Voll auf Angriff präsentierte sie sich beim Weitsprung. Saisonbestleistung mit 5,51 m. Der deutlich weitere dritte Sprung war hauchdünn ungültig. Und dann überraschte die Kämpferin auch Bundestrainer Klaus Flakus. Mit neuer Kreisrekordweite von 46,71 m im Speerwurf kämpfte sie sich vor der erneut 7-stündigen Pause auf Rang vier.
Abends beim abschließenden 800 m Lauf gab sie alles. Folgte der viel zu schnell angehenden Norwegerin Henriette Jaeger, der bis dahin Weltjahresbesten, die nur auf Bronze lag. „Nach 300 m hatte ich so viel Laktat in den Beinen, dass ich froh war, ins Ziel zu kommen. Ich habe alles gegeben.“ Leider war sie damit Tempomacherin fürs restliche Feld, sodass sie am Ende eine Athletin um 19 Punkte vorlassen musste und in der Endabrechnung in einem noch nie dagewesenem so hochklassigen Wettkampf den hervorragenden fünften Platz belegte. Auf die Sechstplatzierte hätte sie 128 Punkte Vorsprung. „Nach dem ersten enttäuschenden Tag, bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe gekämpft wie ein Löwe. Ich wollte unbedingt eine Medaille, aber dafür hätte ich einen neuen deutschen Rekord aufstellen müssen. Es ist halt einfach ärgerlich, dass in meiner Disziplin das Niveau so hoch ist und die Weltbesten alle aus Europa kommen. Mein Ziel, mindestens unter die Top 6 zu kommen, habe ich erreicht.“ Die Siegerin aus Finnland Saga Vanninen stellte mit 5.913 Punkten eine neue Weltjahresbestleistung auf. Dierk Feyerabend resümierte: „Wir haben hier viel gelernt, international laufen die Wettkämpfe noch einmal anders ab als in Deutschland. In Europa ist das Niveau irre hoch. Und Jennas Mehrkampfleistungen hätten hier sogar für den Finaleinzug im Hochsprung, Weitsprung und Speerwurf gelangt. Das zeigt ihr Potential. Wir sind sehr stolz, wie sie hier gekämpft hat.“
Für den Kampfgeist erhielt sie viel Anerkennung. Und das Ziel des DOSB hat sie laut Chef de Mission Katrin Werkmann aus Büttelborn sowieso erreicht: Lernen in allen Bereichen.
Alle Informationen im Internet unter www.eyofbaku2019.com